Wichtigste Erkenntnisse
Für die Kenntnisprüfung meldest du dich nicht separat an. Du stellst den Approbationsantrag in dem Bundesland, in dem du arbeiten möchtest, und die zuständige Behörde weist dich der Prüfung zu.
Nach den neuen Regeln kannst du innerhalb von vier Wochen nach Antragstellung eine dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung beantragen. Deine Wahl ist für das gesamte Verfahren bindend.
Für andere Antragsunterlagen können weiterhin beglaubigte Kopien und beeidigte Übersetzungen ins Deutsche erforderlich sein. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Beruf.
Was ist die Kenntnisprüfung?
Die Kenntnisprüfung ist eine staatliche Prüfung zur Berufszulassung für Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker, die außerhalb der EU, des EWR oder der Schweiz ausgebildet wurden. Ab dem 1. November 2026 ist sie der Standardweg zur Approbation und prüft alle nach demselben Maßstab.
Die Prüfung dient in erster Linie dazu festzustellen, ob im Ausland ausgebildete Ärztinnen/Ärzte, Zahnärztinnen/Zahnärzte und Apothekerinnen/Apotheker über die erforderlichen Fähigkeiten und die medizinische Ausbildung verfügen, um in Deutschland sicher ausüben zu können.
In der Regel handelt es sich um eine kombinierte mündlich-praktische Prüfung (mündlich-praktische Prüfung), die entweder einen realen Patientenfall oder ein simuliertes klinisches Szenario umfasst, gefolgt von einem strukturierten Gespräch mit den Prüferinnen und Prüfern.
Das genaue Format und der Ablauf können jedoch je nach Beruf, Bundesland und Prüfungsbehörde variieren.
So läuft die Prüfung derzeit in Bayern ab – basierend auf den Prüfungsleitfäden der Regierung von Oberbayern für Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte und Apothekerinnen und Apotheker.
Beruf | Format | Inhalte | Dauer | Kosten (Beispiel Bayern) |
Ärztinnen/Ärzte | Mündlich-praktisch, inkl. Patientenvorstellung. Bis zu 4 Kandidat:innen, alles an einem Tag | Innere Medizin und Chirurgie, außerdem Notfallmedizin, klinische Pharmakologie, Bildgebung, Strahlenschutz und Berufsrecht | 60–90 Minuten pro Kandidat:in | Bis zu 1.200 € pro Versuch |
Zahnärztinnen/Zahnärzte | Drei Teile: schriftliche Behandlungspläne, eine mündliche Prüfung und eine praktische Prüfung in einer simulierten Praxis | Zahnersatzkunde (Prothetik), konservierende Zahnheilkunde, Oralchirurgie und Kieferorthopädie, außerdem Notfallmedizin, Pharmakologie, Hygiene und Berufsrecht | Schriftlich 45 Min.; mündlich 60–90 Min.; praktisch ca. 5 Stunden | Insgesamt ca. 1.300 € |
Apothekerinnen/Apotheker | Nur mündlich. Bis zu 4 Kandidat:innen | Pharmazeutische Praxis und die speziellen Rechtsgebiete für Apotheker:innen | 30–60 Minuten pro Kandidat:in | Ca. 690 € pro Versuch |
In allen drei Fällen kannst du die Prüfung bei Nichtbestehen zweimal wiederholen.
Was sich am 1. November 2026 ändert
Die Kenntnisprüfung wird zum Standardweg für die Anerkennung von Qualifikationen ausländischer Ärztinnen und Ärzte. Du musst die dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung nicht mehr zuerst durchlaufen – es sei denn, du entscheidest dich ausdrücklich für diesen Weg. Laut der deutschen Bundesregierung soll die Änderung die Anerkennung schneller, einheitlicher und weniger bürokratisch machen. Die Änderungen sind im Gesetz zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen (BGBl. I 2026, Nr. 225), geregelt, einschließlich Änderungen des § 9d der Bundesärzteordnung (BÄO). Das Gesetz schafft den neuen rechtlichen Rahmen, während die einschlägigen Approbationsordnungen die praktischen Anforderungen regeln.
Dies ist eine wesentliche Änderung gegenüber dem bisherigen Verfahren, bei dem die Behörde zunächst deine Qualifikation prüfte und wesentliche Ausbildungsunterschiede feststellte, bevor die Kenntnisprüfung angeordnet wurde.
Hebammen, die außerhalb der EU ausgebildet wurden, können die dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung möglicherweise überspringen und direkt zur Kenntnisprüfung oder zu einem Anpassungslehrgang wechseln.
Dieses neue Gesetz umfasst keine Pflegekräfte. Das bedeutet: Das bestehende Verfahren ändert sich nicht. Du beantragst die Anerkennung, und die Behörde vergleicht deine Ausbildung mit der deutschen Pflegeausbildung. Bei wesentlichen Unterschieden wählst du zwischen Kenntnisprüfung und Anpassungslehrgang.
Wenn du vor dem 31. Oktober 2026 einen Antrag gestellt hast
Nach den Übergangsbestimmungen werden Anträge, die bis zum 31. Oktober 2026 eingereicht wurden, nach den bisherigen Regeln weiterbearbeitet. Bei Antragstellenden mit medizinischen Qualifikationen aus Staaten außerhalb der EU, des EWR und gleichgestellter Staaten prüft die Approbationsbehörde die Qualifikation in der Regel im bestehenden dokumentenbasierten Gleichwertigkeitsverfahren. Werden wesentliche Unterschiede festgestellt und kann keine Gleichwertigkeit festgestellt werden, kann die Kenntnisprüfung verlangt werden.
Wenn du derzeit in Deutschland mit einer befristeten Berufserlaubnis arbeitest, während du auf die volle Approbation wartest, wende dich an deine zuständige Approbationsbehörde und bitte um Hinweise zu den nächsten Schritten in deinem Einzelfall. Die jeweils geltenden Anforderungen und der Ablauf können von deinen Umständen und der für deinen Antrag zuständigen Behörde abhängen.
Die Vier-Wochen-Entscheidung nach Antragstellung
Nach den neuen Regeln kannst du dich statt für den Weg über die Kenntnisprüfung auch für eine dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung entscheiden. Du musst die Gleichwertigkeitsprüfung jedoch innerhalb von vier Wochen nach Einreichung deines Antrags beantragen. Für welchen Weg du dich entscheidest, ist für dein gesamtes Antragsverfahren bindend.
Für wen sich welcher Weg häufig eignet
Der Weg über die Gleichwertigkeitsprüfung kann für Antragstellende geeignet sein, deren Ausbildung dem deutschen Curriculum sehr nahekommt und die ohne Verzögerung vollständige, detaillierte Modul- und Lehrpläne von ihrer Universität erhalten können. Der Standardweg kann für Antragstellende geeignet sein, deren Universitäten detaillierte Kursdokumentationen nicht ohne Weiteres bereitstellen können oder die lieber für eine klar definierte Prüfung lernen möchten, als auf eine Dokumentenprüfung mit ungewissem Ausgang zu warten. Das hängt von deiner individuellen Qualifikation ab. Wenn du unsicher bist, frage deine Approbationsbehörde, bevor die vier Wochen ablaufen – denn später kannst du nicht mehr wechseln.
Hinweis: Die Beantragung der dokumentenbasierten Gleichwertigkeitsprüfung garantiert nicht, dass deine Qualifikation als gleichwertig mit einer deutschen Qualifikation anerkannt wird. Die zuständige Behörde prüft deine Ausbildungsunterlagen und stellt fest, ob wesentliche Unterschiede bestehen. Wird Gleichwertigkeit festgestellt, kannst du die Approbation möglicherweise ohne Kenntnisprüfung erhalten. Bleiben wesentliche Unterschiede bestehen und können diese nicht durch einschlägige Berufserfahrung oder andere anerkannte Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeglichen werden, musst du möglicherweise dennoch die Kenntnisprüfung ablegen.
Was das für deine Unterlagen bedeutet
Wenn du dem Standardweg über die Kenntnisprüfung folgst, musst du detaillierte universitäre Curricula und Studienpläne nicht mehr einreichen, übersetzen oder beglaubigen lassen. Für Unterlagen, die für die Kenntnisprüfung benötigt werden, kann eine beeidigte Übersetzung erforderlich sein, wenn sie nicht auf Deutsch vorliegen und die Behörde dies verlangt.
Unterlagen- und Übersetzungsanforderungen für die Kenntnisprüfung
Welche Dokumente genau erforderlich sind, hängt von deinem Bundesland ab. Grundsätzlich solltest du davon ausgehen, dass Übersetzungen beeidigt sein müssen: Bei den über 16.000 Aufträgen, die wir für Kund:innen in Deutschland bearbeitet haben, wird die große Mehrheit als beeidigte Übersetzung durch in Deutschland gerichtlich bestellte/beeidigte (beeidigt/ermächtigt) Übersetzer:innen beauftragt – und nicht als einfache Beglaubigung. Hier ist eine allgemeine Liste sowie die Übersetzungsanforderungen:
Dokument | Deutscher Begriff | Benötigt für | Übersetzungsart |
Abschlusszeugnis (Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie) | Abschlussurkunde / Diplom | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung |
Leistungsnachweise/Transcripts | Notenübersicht / Studiennachweise | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung |
Unbedenklichkeitsbescheinigung (Certificate of Good Standing) | Unbedenklichkeitsbescheinigung | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung |
Nachweis der Berufserfahrung | Arbeitszeugnisse / Tätigkeitsnachweise | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung |
Reisepass oder Personalausweis | Reisepass / Identitätsnachweis | Beide Wege | Beglaubigte Kopie |
Tabellarischer Lebenslauf | Tabellarischer Lebenslauf | Beide Wege | In der Regel auf Deutsch |
Nachweis der Namensänderung (Heiratsurkunde, Gerichtsbeschluss) | Nachweis der Namensänderung | Falls zutreffend | Beeidigte Übersetzung |
Geburtsurkunde | Geburtsurkunde | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung |
Führungszeugnis/Polizeiliches Führungszeugnis (Strafregisterauszug) aus jedem Land, in dem du gelebt hast | Strafregisterauszug / Führungszeugnis | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung |
Ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung | Ärztliches Attest | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung, falls nicht auf Deutsch ausgestellt |
Deutsches Sprachzertifikat (B2) | Sprachnachweis Deutsch | Beide Wege | Auf Deutsch ausgestellt |
Nachweis der Fachsprachprüfung (wird oft später eingereicht) | Fachsprachprüfungsnachweis | Beide Wege | Auf Deutsch ausgestellt |
Aktuelle Berufszulassung | Berufszulassung / Berufserlaubnis im Herkunftsland | Beide Wege | Beeidigte Übersetzung |
Universitäts-Curricula/Lehrpläne | Studienpläne / Curricula | Nur Gleichwertigkeitsweg | Beeidigte Übersetzung, wenn du den dokumentenbasierten Weg wählst. |
Alle Dokumente, die nicht auf Deutsch sind, müssen vor Einreichung im Bundesland von einem beeidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzt werden. Außerdem verlangen viele Bundesländer beglaubigte Kopien – keine einfachen Fotokopien.
Beachte Folgendes zu den erforderlichen Unterlagen:
Du benötigst ein polizeiliches Führungszeugnis aus jedem Land außerhalb Deutschlands, in dem du in den letzten fünf Jahren länger als sechs Monate gelebt hast.
Du benötigst eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (Certificate of Good Standing) aus jedem Land, in dem du in den letzten fünf Jahren beruflich tätig warst.
Das ärztliche Attest muss von einer Ärztin/einem Arzt in Deutschland oder einem anderen EWR-Staat stammen und darf nicht älter als drei Monate sein.
Wenn du also in Ägypten studiert und dann zwei Jahre in Saudi-Arabien gearbeitet hast, brauchst du ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung aus beiden Ländern.
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Schritt für Schritt: Approbation ab dem 1. November 2026 beantragen
Bevor wir den Ablauf durchgehen, ist wichtig: Du meldest dich nicht separat zur Kenntnisprüfung an. Du stellst den Approbationsantrag bei der Behörde in dem Bundesland, in dem du arbeiten willst, und diese Behörde weist dich der Prüfung zu.
So läuft es in der Praxis ab:
1. Bundesland und zuständige Approbationsbehörde ermitteln: Wähle das Bundesland, in dem du arbeiten möchtest, und finde die zuständige Approbationsbehörde (Licensing Authority). Jedes Bundesland hat eigene Abläufe, Formulare und Dokumentenanforderungen.
2. Unterlagen zusammenstellen und beeidigte Übersetzungen organisieren: Beginne mit zeitkritischen Dokumenten wie polizeilichem Führungszeugnis und Good-Standing-Bescheinigungen, da viele Behörden sie nur akzeptieren, wenn sie nicht älter als drei Monate sind.
3. Approbationsantrag einreichen: Reiche das Formular mit den erforderlichen Unterlagen und der Antragsgebühr ein. Die Gebühren variieren je nach Bundesland. In Berlin beträgt sie 430 €, in Bayern 400 €. In Berlin dauert die Bearbeitung etwa drei bis vier Monate.
4. Erforderliche Sprachprüfungen absolvieren: Möglicherweise brauchst du allgemeine Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sowie die Fachsprachprüfung, die üblicherweise mit berufsbezogenen Sprachkenntnissen auf C1-Niveau verbunden ist.
Die genauen Anforderungen hängen von deinem Beruf und dem Bundesland ab. Im Zuge der Reform können die Bundesländer bei Antragstellenden mit Drittstaatsqualifikationen die Sprachkenntnisse prüfen, bevor sie die beruflichen Qualifikationen prüfen.
5. Prüfungstermin erhalten: Die Behörde prüft deine Unterlagen und weist dich einer Prüfung an einer Universität oder Kammer zu. In Bayern wirst du, sobald die Behörde deine Unterlagen freigegeben hat, gebeten, eine separate Prüfungsanmeldung auszufüllen. Die Termine liegen meist 1–6 Monate später.
6. Prüfung ablegen: Das Prüfungsformat hängt von deinem Beruf ab, wie oben erläutert. Bei Nichtbestehen kannst du zweimal wiederholen. Du musst dich jedoch für jeden Versuch erneut anmelden und die Prüfungsgebühr bezahlen.
7. Approbation erhalten: Nach Bestehen erteilt die Behörde deine Approbation, die in ganz Deutschland gültig ist.
Während du wartest, kannst du möglicherweise mit einer Berufserlaubnis (befristete Erlaubnis zur Berufsausübung) arbeiten. Sie ist in der Regel zeitlich befristet, an eine konkrete Stelle gebunden und kann mit Auflagen verbunden sein. Nach dem neuen Gesetz können Ärztinnen/Ärzte und Zahnärztinnen/Zahnärzte in Ausnahmefällen auch eine unbefristete Berufserlaubnis erhalten.
Brauchst du eine Apostille oder Legalisation?
Das hängt davon ab, in welchem Land deine Dokumente ausgestellt wurden. Viele Behörden verlangen einen Nachweis, dass ausländische Dokumente echt sind.
Wenn deine Behörde eine Echtheitsbestätigung verlangt und dein Land ein Vertragsstaat (Haager Apostille-Übereinkommen) gemeinsam mit Deutschland ist, brauchst du in der Regel eine Apostille. Deutschland erhebt gegen einige Vertragsstaaten Einwände, z. B. gegen Indien, sodass andere Verfahren gelten. Kläre mit deiner Approbationsbehörde, ob du eine zusätzliche Beglaubigung wie eine Apostille oder eine konsularische Legalisation benötigst.
Was ist, wenn mein Dokument abläuft?
Einige Dokumente – z. B. polizeiliches Führungszeugnis, Unbedenklichkeitsbescheinigung oder ärztliches Attest – sind etwa drei Monate gültig. Wenn eines davon abläuft, bevor dein Antrag vollständig bearbeitet ist, musst du es erneut beantragen, apostillieren lassen und erneut übersetzen lassen. Besorge die Apostille zuerst auf dem Original und lass dann Dokument und Apostille zusammen übersetzen.
Häufige Gründe für Verzögerungen bei Anträgen
Übersetzungen wurden nicht von einer/einem gerichtlich beeidigten Übersetzer:in angefertigt. Nutze eine/n Übersetzer:in, der/die in Deutschland beeidigt ist.
Namensabweichungen zwischen Reisepass, Abschlussurkunde und Zeugnissen. Wenn es eine Änderung gibt, füge einen Nachweis dem Antrag bei.
Eine Good-Standing-Bescheinigung oder ein polizeiliches Führungszeugnis, das älter als drei Monate ist, wird meist abgelehnt.
Die Verwendung einfacher Fotokopien, wo amtlich beglaubigte Kopien erforderlich sind, verzögert den Antrag häufig.
Ein Antrag im falschen Bundesland kann den Prozess verzögern, da jedes Bundesland eigene Schritte und Anforderungen hat.
Lass deine Dokumente rechtzeitig übersetzen
Einige Dokumente in deinem Antrag werden in der Regel nur akzeptiert, wenn sie weniger als drei Monate alt sind – lass dir diese Zeit nicht durch die Übersetzung nehmen. Translayte bietet beeidigte deutsche Übersetzungen für Approbationsanträge ab 48,90 € pro Seite an, inklusive Expressoption. Wir bieten außerdem Notarisierungs- und Apostille-Services an, sofern erforderlich. Lade deine Dokumente hoch und bestelle noch heute eine beeidigte Übersetzung bei Translayte.